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Zum Reformationstag

Am Reformationstag bietet es sich an, innezuhalten und sich als Mitglied der evangelischen Kirche ein paar Grundsatzfragen zu stellen: Was sind die kirchlichen „Specials“? Was macht die Kirche zukunftsfähig? Was ist ihre „Corporate Identity“?

Dazu ein paar „Basics“ des Reformators Martin Luther:

Luther unterscheidet zwischen der Kirche als geistlicher Versammlung und der äußerlichen Kirche: „Die erste Weise, die nach der Bibel ist, dass die Christenheit eine Versammlung aller Christgläubigen auf Erden heißt. Diese Gemeinde umfasst all die, die in rechtem Glauben, rechter Hoffnung und rechter Liebe leben, was zur Folge hat, dass das Wesen der Christenheit nicht eine leibliche Versammlung ist, sondern eine Versammlung der Herzen in einem Glauben...Die Zeichen, wo man äußerlich merken kann, wo diese Kirche in der Welt ist, sind die Taufe, das Abendmahl und das Evangelium (dessen Verkündigung).“ in: Von dem Papsttum zu Rom 1520

Denn wir sind es doch nicht, die da die Kirche erhalten könnten, unsere Vorfahren sind es auch nicht gewesen, unsere Nachkommen werdens auch nicht sein; sondern der ists gewesen, ists noch, wirds sein, der da spricht: »Ich bin bei euch bis an der Welt Ende« (Mt 28,20) und Offb. 1,4: »Der da war, der da ist, der da kommt«.“ in: Wider die Antinomer 1539

Denn es weiß gottlob schon ein Kind von sieben Jahren, was die Kirche sei, nämlich die heiligen Gläubigen und die Schäflein, die ihres Herrn Stimme hören. Denn so beten die Kinder: »Ich glaube eine heilige christliche Kirche.« Diese Heiligkeit besteht im Wort Gottes und im rechten Glauben.“ in: den Schmalkaldischen Artikeln, 1537

Herzliche Einladung zum regionalen Reformationstagsgottesdienst im Johannis-Kirchzentrum am 31.10. um 18.30 Uhr!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geistliches Wort der Regionalbischöfin Dr. Petra Bahr

  KK News

zum Erntedankfest 2020

Geistliches Wort der Regionalbischöfin Dr. Petra Bahr (Sprengel Hannover)

 

Ein Haufen Dankbarkeit

Fluchten mit leeren Regalen, Zoom auf eine Konservendose, die verloren auf der Seite liegt. Es waren nur ein paar Wochen im April, als sich die Menschen mit Klopapier eindeckten und ein Telefongespräch mit der Frage begann, ob es wieder Hefe gäbe. Im Fernsehen gab es Kochshows, die „aus wenig mehr machen“ im Titel trugen. Die Älteren erinnerten sich an längst vergangene Mangelzeiten nach dem Krieg. Nach einiger Zeit wich die Panik dem üblichen Einkaufsgefühl.  Von allem im Überfluss, die Qual ist nicht die Knappheit, sondern die Wahl.

Naja, mag jemand einwenden. In der Pandemie mangelt es zwar nicht an gutem Essen, aber daran, es mit guten Freundinnen zusammen zu genießen. Es mangelt an spontanen Umarmungen und daran, über einer Sache intensiv die Köpfe zusammenzustecken. Es mangelt an festlichen Abendmählern und vollen Konzertsälen, an spontanen Besuchen und an distanzlosen Begegnungen im öffentlichen Raum. Einsamkeit und Sorge, aber auch Wut - bei den einen auf die Vorsicht, bei den anderen auf die mangelnde Rücksicht der anderen.

An diesem Erntedankfest fällt vielen das Danken schwer. Gerade deshalb sollten wir es als Gemeinde Jesu Christi feiern, als Haltungsübung gegen das, was vor Augen ist. Was hat Gott mir, was hat er uns Gutes getan? Der überraschende Brief einer alten Freundin, die sich 10 Jahre nicht gemeldet hat. Die intensiven Gespräche mit dem Enkel, der am Bildschirm viel redseliger ist. Die gute Gesundheitsversorgung, die Freiheit, in der niemand fürchten muss, wegen seiner Meinung in ein Polizeifahrzeug gezogen zu werden. Es gibt mitten in der Ungewissheit jede Menge Gründe, dankbar zu sein.

Diese Gründe sollten wir aufschichten zu üppigen Haufen. Wenn jede und jeder nur ein paar kleine Gründe mitbringt, wird ein Berg der Zuversicht draus. Gott selbst wohnt auf diesem Berg. Wer Dankbarkeit übt, findet Gott leichter.