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Gedanken zum Spruch der Woche (1.8.-7.8.2021)

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.“ (Lukas 12,48)

Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten“, heißt es im apostolischen Glaubensbekennntis. Die christliche Hoffnung richtet sich also auf die Wiederkunft Christi, die er angekündigt hat und bei der er als Richter auftreten wird über die Menschen und ihre Taten. Dies ist der Hintergrund für unseren Wochenspruch. Nun hat es sicherlich Zeiten gegeben, wo die Gerichtserwartung in schwarze Pädagogik pervertiert wurde, aber sie auszublenden, wie es derzeit häufig geschieht, verkennt die existentielle Wichtigkeit des Themas. Denn es geht um die letztgültige Relevanz von Verantwortung, Gerechtigkeit, Benennung von schuldhaftem Verhalten und Genugtuung für die Opfer.

Jesus wendet sich mit dem Wort vom Suchen und Fordern besonders an die, die leitende Verantwortung in der Gemeinde tragen. Wenn sie ihre Macht missbrauchen und sich bewusst nicht als gute Verwalter geistlicher und materieller Güter bewähren, wird sie das teuer zu stehen kommen. Dies mal zur Warnung! Wobei es natürlich jedem unbenommen bleibt, für sich zu schauen, wo ihm oder ihr viel gegeben und anvertraut ist, um dann selbstkritisch zu prüfen, wie gewissenhaft mit der Aufgabe umgegangen wird.

Gedanken zum Spruch der Woche (25.-31.7.2021)

Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ (Epheser 5,8b.9)

In den Briefen des Neuen Testaments finden sich öfter Sätze, die „Zuspruch“ und „Anspruch“ miteinander verbinden: die Zusage, von Gott geliebt und erlöst zu sein, und die Aufforderung, sich dementsprechend zu verhalten. „Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln“, mahnt etwa Paulus (Galater 5,25).

Auch der Epheserbrief, der von einem Paulusschüler geschrieben wurde, kennt diese Verbindung. „Denn ihr wart früher Finsternis, nun aber seid ihr Licht in dem Herrn“, heißt es dort im Blick auf die Taufe. Jetzt gilt es, als Kinder des Lichts zu „wandeln“, also im Alltag so zu leben, wie es dem Glauben an Christus entspricht. Und damit niemand sagen kann: Ich weiß nicht, wie man das macht, nennt der Verfasser die Früchte des Lichts gleich beim Namen: Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.

Güte, Gerechtigkeit, Wahrheit – das sind große, aber auch sehr allgemeine Begriffe. Für den Gebrauch im Alltag müssen sie, wie große Geldscheine, in kleine Münzen eingewechselt werden. Dann aber zeigt sich schnell, dass es kaum eine alltägliche Situation, Begegnung oder Entscheidung gibt, in der es nicht um Güte, Gerechtigkeit oder Wahrheit geht. Jedes abschätzige Wort, das unausgesprochen bleibt, jeder Verzicht auf einen egoistischen Vorteil, jedes hilfreiche und vermittelnde Eingreifen zugunsten anderer ist ein Beitrag, Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit zu verwirklichen. Oft sind das Kleinigkeiten. Aber nur was im Kleinen anfängt, kann auch im großen Maßstab gelingen.

 

Gedanken zum Spruch der Woche (18.-24.7.2021)

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“ (Epheser 2,19)

Dieser Vers bringt uns in Kontakt mit einem überaus konfliktreichen Thema der Alten Kirche. Als das Christentum in Israel seinen Anfang nahm, kamen einerseits jüdische Menschen zum Glauben an Christus und andererseits sogenannte Heiden, also andersgläubige Nichtjuden. Das Zusammentreffen verursachte heiße Diskussionen. Sollten die Heiden erst Juden werden, um dann Christen sein zu können? Waren die Heiden nicht ausgeschlossen von den Verheißungen Gottes an sein Volk Israel? Um die Lösung dieser Fragen wurde intensiv gerungen, und hier im Epheserbrief lautet die erlösende Botschaft für die Heiden: Ihr habt das volle Bürgerrecht im Haus Gottes, weil Christus den trennenden Zaun eingerissen und für euch den Zugang zu Gott freigemacht hat.

Der Konflikt von damals hat sich heute erledigt, weil wir sozusagen alle Heidenchristen sind und nur im Ausnahmefall vorher Juden waren. Trotzdem könnte der Wochenspruch Anlass geben, Zäune in den Blick zu nehmen, die vielleicht neu errichtet wurden. Steht die Kirche allen offen, die einzutreten wünschen? Oder werden da trennende Unterschiede gemacht zwischen Kirchennahen und Kirchenfernen, zwischen Kerngemeinde und Randgemeinde? Darf es solch unterscheidende Rede überhaupt geben, wenn doch alle Christen Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen sind?

Gedanken zum Spruch der Woche (11.7.-17.7.2021)

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43,1)

In der Hitliste der beliebtesten Taufsprüche steht dieser Vers aus dem Jesaja-Buch seit langem ganz oben. Eltern fühlen sich mit ihren Hoffnungen und Sorgen im Blick auf die Zukunft ihres Kindes von diesem Wort persönlich angesprochen, das Schutz verheißt und Geborgenheit ausstrahlt.

Von der christlichen Taufe wusste der alttestamentliche Prophet noch nichts. Aber in seinen Worten, die ursprünglich an die Israeliten im babylonischen Exil gerichtet waren, kommt doch einiges von dem zur Sprache, was in der Taufe geschieht: Auch bei ihr geht es um Erlösung und Befreiung, um persönliche Zugehörigkeit, in diesem Fall zu Jesus Christus durch die Eingliederung in seine Gemeinde. Die ersten Christen haben das so ausgedrückt: „Gott hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes.“ (Kolosser 1,13) Da sie als Erwachsene getauft wurden, erlebten sie den damit verbundenen Wechsel der Herrschaft über ihr Leben ganz bewusst.

Uns fehlt diese Erfahrung in den meisten Fällen. Umso wichtiger ist es, Anlässe zu nutzen, die uns an unsere Taufe erinnern und uns zur Klärung helfen, was es für uns bedeutet, getauft zu sein – sei es an besonderen Orten wie dem „Erlebnisraum Taufe“ in der Stiftskirche Obernkirchen, sei es auch bei jeder Taufe, die in unseren Sonntagsgottesdiensten gefeiert wird. Dazu besteht übrigens ab sofort wieder öfter Gelegenheit…

 

Gedanken zum Spruch der Woche (4.7.-10.7.2021)

Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.“ (Epheser 2,8)

In der Bibel ist viel von Rettung die Rede, je nachdem von Rettung aus Lebensgefahr, von Rettung aus einer scheinbar aussichtslosen Lage, von Rettung als Hilfe und Bewahrung. Doch auf welche Art von Rettung bezieht sich der Vers aus dem Epheserbrief? Tatsächlich auf die umfassendste Rettung, die man sich vorstellen kann: auf die Rettung aus der Gottesferne, auf die Rettung vor dem Nichts. Mitten im Leben hier kann man schon tot sein, heißt es vorher im Epheserbrief. Zwar kann man sich dabei sehr lebendig fühlen durch viele Aktivitäten und Erlebnisse, aber über den flüchtigen Augenblick hinaus stellt sich immer die Frage: Was davon hat Bestand? Geben wir dadurch unserem Leben eine bleibende Bedeutung?

Etwas Bleibendes können wir unserem Leben gar nicht geben. Ohne Gott wird es eines Tages enden, wir werden über kurz oder etwas länger vergessen sein, und falls wir uns einbilden, Gott müsste unser Lebenswerk honorieren und mit Ewigkeit belohnen, so irren wir uns gewaltig. Ob wir uns nun etwas mehr oder weniger angestrengt haben, so haben wir Gott doch in unserem Leben zu oft verfehlt und sind ihm nicht gerecht geworden. Aber das brauchen wir auch nicht, um der Bedeutungslosigkeit zu entgehen. Gott rettet uns davor von sich aus, weil er gnädig mit uns umgeht. Damit wir dies spüren, schenkt er uns den Glauben. So können wir in einem guten Gottvertrauen unser Leben gelassen und frei gestalten, was uns davor bewahrt, der Diktatur, alles und uns selber ständig optimieren zu müssen, anheimzufallen.

Gedanken zum Spruch der Woche (27.6.-3.7.2021)

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Galater 6,2)

Geteiltes Leid ist halbes Leid“, sagt ein Sprichwort. Einander beistehen, Anteil nehmen an Trauer und Sorgen, tragen helfen, was den anderen beschwert – das sind Gebote der Mitmenschlichkeit, die nicht nur für Christen gelten.

Wenn Paulus dazu auffordert, dass „einer des anderen Last tragen“ soll, denkt er aber noch an etwas anderes. Das zeigt der Zusammenhang, in dem die Ermahnung steht: „Wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird“, heißt es unmittelbar vorher, „so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid.“ Es geht also weniger um Lasten, die Einzelnen auferlegt sind, als um die Belastung, die ihr Verhalten für andere darstellt. Egoistisches oder unmoralisches Handeln kommt auch unter Christen vor. Für den Apostel ist entscheidend, dass eine christliche Gemeinde so damit umgeht, wie es ihrem Glauben entspricht; sich nicht über andere und ihre Fehler erhebt, der Auseinandersetzung aber auch nicht ausweicht, sondern beharrlich nach einer Lösung sucht, die dem Schuldigen hilft und dem Zusammenleben der Gemeinschaft dient.

Dass das mühsam ist und unter Menschen oft misslingt, weiß der Apostel aus eigener Erfahrung. Aber Christen ist der Beistand des Heiligen Geistes zugesagt. Wenn wir ihn bei uns wirken lassen, befähigt er uns dazu, das „Gesetz Christi“ zu erfüllen, jene Grundregel also, nach der Jesus selbst gehandelt hat und die auch für Paulus lautet: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Galater 5,14) – auch wenn er dir des Öfteren auf die Nerven geht.

Gedanken zum Spruch der Woche (20.6.-26.6.2021)

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ (Lukas 19,10)

An diversen Stellen des Evangeliums spricht Jesus von sich als dem „Menschensohn“, anknüpfend an eine seit dem Spätjudentum erwartete Gestalt der messianischen Zeit. Jesus ist nun als dieser Menschensohn gekommen mit der Absicht, die Verlorenen zu suchen und selig zu machen.

Der Kontext dieses Satzes ist die Geschichte von Zachäus, dem Oberzöllner, der es auf Kosten anderer zu beträchtlichem Reichtum gebracht hat und bei dem Jesus sich zum Essen einlädt, sehr zum Missfallen derer, die meinen: „Mit so einem pflegt man doch keinen Umgang!“ Zachäus aber findet durch Jesu Akzeptanz den Weg, aus dem Teufelskreis von Bereicherung und Ausgrenzung auszusteigen. Er will abgeben von seinem Vermögen und Wiedergutmachung leisten.

Es ist eine von diesen Geschichten, die uns einlädt, die verschiedenen Rollen für uns durchzuspielen. Wer sind wir je nachdem? Verlorene, weil schuldhaft oder unschuldig Ausgegrenzte, die ihre Hoffnung auf Jesu Hilfe setzen? Oder solche, die Jesus nachfolgen, um in seinem Namen die Verlorenen zu suchen und selig zu machen durch Umkehr und Integration? Oder auch schonmal solche, die abwertend und neidisch reagieren, wenn „Unwürdige“ bei Jesus auf Verständnis stoßen? Mit dieser Geschichte wird man nie fertig, sie ist wie ein Katalysator unseres Glaubenslebens in Beziehungen.

 

Gedanken zum Spruch der Woche (13.6.-19.6.2021)

Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Matthäus 11,28)

Für Martin Luther war dieses Wort ein „tröstlich schönes Evangelium“, das „jeder Christ auswendig wissen sollte“. Tatsächlich haben Menschen darin immer wieder Trost gefunden, wenn sie ihr Leben beschwerlich fanden, sich durch körperliches oder seelisches Leiden belastet fühlten und nach Entlastung sehnten.

Ursprünglich hat dieses Wort Jesu jedoch eine engere Bedeutung. Es steht im Zusammenhang seiner Auseinandersetzung mit Schriftgelehrten und Pharisäern. Sie hielten die Vollmacht, mit der Jesus auftrat, für Anmaßung und warfen ihm vor, es mit den Geboten Gottes nicht ernst genug zu nehmen. Umgekehrt gab Jesus ihnen zu verstehen, dass der Perfektionismus, alle religiösen Vorschriften buchstäblich zu erfüllen, deren eigentliches Ziel aus den Augen verliert und aus den lebensdienlichen Geboten Gottes ein lebensfeindliches Gesetz macht.

Sklavische Orientierung an Normen, Selbstbestätigung durch Leistung, Optimierung bis zur Perfektion, ohne mit dem Erreichten zufrieden zu sein, sind als menschliche Verhaltensmuster stets aktuell, nicht nur in der Religion. Frommen Perfektionisten und gestressten Ungläubigen gilt Jesu Einladung, die wörtlich übersetzt lautet: „Kommt alle zu mir, die ihr euch abmüht und belastet seid, ich will euch Ruhe geben.“ Zur Ruhe kommen soll, was uns antreibt und überfordert – das Hamsterrad der Leistung, der Zwang zu Optimierung, Beschleunigung und Effizienz, damit wir frei werden, Gott zu lieben von ganzem Herzen und die Nächsten wie uns selbst. Wie das geht? Das, meint Jesus, können wir lernen, wenn wir seinem Beispiel folgen.

 

Gedanken zum Spruch der Woche (6.6.-12.6.2021)

Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich.“ (Lukas 10,16a)

Wahrscheinlich hat es auch bei Ihnen schonmal an der Tür geklingelt, und dann standen zwei Zeugen Jehovas vor der Tür und wollten missionieren. Ihr Verhalten wirkt in unserem Kulturkreis eher befremdlich, so dass man sich fragt: Wie kommen die darauf, sich so zu benehmen? Das wiederum hat etwas mit dem Kontext zu tun, in dem unser Wochenspruch steht. Jesus schickt 72 Jünger los, damit die jeweils zu zweit in den umliegenden Städten das nahende Reich Gottes verkünden. Sie sollen dazu die Häuser der Bewohner aufsuchen. Das also haben sich die Zeugen Jehovas hierbei abgeschaut.

Aber dann geht es bei Jesus doch sehr anders weiter. Die Jünger sollen den Bewohnern Gottes Frieden bringen. Wenn sie irgendwo als Gäste aufgenommen werden, sollen sie sich bescheiden verhalten und von ihrem Domizil aus im öffentlichen Raum predigen und die Kranken pflegen. Die 72 nehmen ihren Auftrag dann an, aber doch mit mulmigen Gefühlen: Wie wird es ihnen wohl dabei ergehen? Jesus redet ihnen gut zu. Auch wenn ihr jetzt ohne mich losgeht, dann gilt trotzdem: Wer euch hört, der hört mich. Und wenn ihr Ablehnung erfahrt, dann liegt es nicht an euch, sondern daran, dass die Leute meine Botschaft ablehnen. Fast scheint es, als wäre die Aussendung eine Art Trainingsübung für die Mission nach Ostern. Jedenfalls gelingt sie, denn die 72 kommen ganz euphorisch zurück. In Jesu Namen konnten sie viel bewirken. Also, nur Mut zum Verkündigen des Reiches Gottes!

Gedanken zum Spruch der Woche (30.5.-5.6.2021)

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.“ (2.Korinther 13,13)

Dieser Schlussvers des 2. Korintherbriefs, heute oft als „Kanzelgruß“ vor der Predigt gesprochen, ist eine von mehreren Stellen im Gottesdienst, an denen Gott (der Vater), Christus (der Sohn) und der Heilige Geist in einem Atemzug genannt werden. Im Bekenntnis zu Vater, Sohn und Heiligem Geist kommt das Besondere und Einmalige des christlichen Glaubens zum Ausdruck: Wir glauben an einen Gott in drei „Personen“, wie die Kirchenväter sagten. Das kann zu dem Missverständnis führen, die Christen würden an drei Götter glauben. So ist es natürlich nicht gemeint. Aber wie dann?

Um die Formel „ein Gott in drei Personen“ zu verstehen, muss man wissen, dass „persona“ in der Antike nicht das einzelne menschliche Individuum meinte, sondern die Maske, die Schauspieler auf der Bühne trugen. So konnte derselbe Schauspieler in einem Stück mehrere Rollen spielen. Auch der eine und einzige Gott zeigt sich in der Geschichte in unterschiedlichen Gestalten. Den ersten Christen wurde klar, dass in Jesus von Nazareth kein neuer Prophet Gottes, sondern Gott selbst erschienen war, und dass in dem Geist, der am Pfingsttag über sie kam, keine unpersönliche Kraft, sondern Gott selbst wirkte. Die Theologen der alten Kirche schlossen dann aus der dreifachen Offenbarung Gottes als Vater, Sohn und Heiliger Geist auf Gottes inneres Wesen – dass also Gott in sich selbst Beziehung und Gemeinschaft ist, liebevolle Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn in der Gemeinschaft des Geistes. So entstand die Lehre von Gottes „Dreieinigkeit“ oder Trinität, die am Sonntag nach Pfingsten mit einem eigenen Fest – Trinitatis – gefeiert wird.

Die Rede von Gottes Dreieinigkeit soll das Geheimnis des göttlichen Wesens nicht auflösen. Sie kann aber ein Hinweis sein: Gott ist in sich so, wie er an uns wirkt. Weil er selbst Gnade, Liebe und Gemeinschaft ist, können wir seiner Gnade, Liebe und Gemeinschaft gewiss sein, die Paulus den Korinthern zuspricht. Und darum ist das Dreieinigkeitsfest nicht nur für Freunde theologischer Spekulation, sondern für die ganze Gemeinde ein Grund zum Feiern.

 

Gedanken zum Spruch der Woche (23.5.-29.5.2021)

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.“ (Sacharja 4,6b)

Es ist das Wirken und Vollenden durch Gottes Geist, das diesen Vers als Wochenspruch für Pfingsten so passend macht. Aber das soll uns nicht hindern zu fragen: Was soll durch den Geist des HERRN Zebaoth (Herr der Heerscharen/Herr der Mächte als Gottesbezeichnung) geschehen? Offenbar etwas, wofür die damals üblichen Mittel wie Militär oder Befehlsgewalt entweder ungeeignet sind oder schlicht nicht zur Verfügung stehen.

Und tatsächlich! Es geht zur Zeit des Propheten Sacharjas um ein Problem, dessen Bewältigung auf große Schwierigkeiten stößt. Nach der Rückkehr aus dem Exil soll der Tempel wieder aufgebaut werden. Wie wichtig dieses Projekt damals ist, davon lässt uns der Wiederaufbau der Twin Towers in New York nach dem 11. September etwas ahnen. Aber damals geht es nicht vorwärts mit der Verwirklichung des Traums. Und erzwingen kann man ihn auch nicht. Gott bestätigt dann diese Einschätzung durch den Propheten und stellt gleichzeitig die Vollendung des Baus durch seinen Geist in Aussicht. Und wie vollzog sich das? In diesem Fall durch den langen Atem, also mit viel Geduld über etliche Jahre. Stein auf Stein, alles ehrenamtlich, bis man fertig war. Und das Ganze in Bescheidenheit (!) einige Nummern kleiner als der Vorgängerbau unter Salomo.

Wenn man jetzt die Brücke schlägt zu uns und zu unseren Erwartungen an den Geist Gottes, dann könnten die Geistwirkungen von damals ja auch in eigenen Zusammenhängen mobilisierend wirken. Da wo es sich festgefahren hat, wo man es aber nicht erzwingen kann, da wo sich etwas nicht wie geplant umsetzen lässt. Könnte Geduld weiterhelfen? Könnte Bescheidenheit die Tugend der Wahl sein? Gottes Geist weiß, was wir jeweils brauchen.

Gedanken zum Spruch der Woche (16.5.-22.5.2021)

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ (Johannes 12,32)

Im Johannesevangelium werden öfter doppeldeutige Begriffe gebraucht, um den Zusammenhang des Wirkens Jesu mit Gottes Handeln deutlich zu machen. Wenn Jesus sagt, dass er „von der Erde erhöht wird“, dann weist er vordergründig auf das Kreuz hin, an dem er über den Köpfen der Vorübergehenden hängen wird und stirbt. Aber zugleich ist auch seine Erhebung in die Herrlichkeit Gottes gemeint, bildlich gesprochen: seine „Himmelfahrt“. Für den Evangelisten fällt beides zusammen, Karfreitag und Himmelfahrt, Jesu Tod am Kreuz und seine Erhöhung „zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“, wie es im Glaubensbekenntnis heißt.

Der irdische Jesus wird so zum himmlischen Herrn der ganzen Welt. Seine Jünger bleiben auf der Erde zurück, doch die Verbindung zu ihnen reißt damit nicht ab. Mit der Ankündigung: „so will ich alle zu mir ziehen“ verspricht Jesus, dass seine Beziehung zu denen, die an ihn glauben, den Tod überdauert. Ihr Platz soll an seiner Seite sein, so wie sein Platz an der Seite Gottes. „Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen“, bittet Jesus vor seinem Gang ans Kreuz (Johannes 17,24).

In der Zwischenzeit bleibt Jesus den Seinen gegenwärtig durch den Heiligen Geist, den er als Tröster und Beistand sendet. Der Geist lehrt die christliche Gemeinde, ihr himmlisches Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und gleichzeitig aneinander Liebe zu üben, solange wir in dieser Welt leben. Das Kommen dieses Geistes feiern wir zu Pfingsten, dem Geburtstagsfest der Kirche. Freuen wir uns und seien wir darauf gefasst, dass er auch zu uns kommt!

 

Gedanken zum Spruch der Woche (9.5.-15.5.2021)

"Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“ (Psalm 66,20)

Dieses Psalmwort ist passend ausgesucht zum Sonntag Rogate/Betet. Beten ist Ausdruck des Glaubens, des Gesprächs mit Gott im Danken, im Bitten für mich selber, in der Bitte für andere, im Schuldbekenntnis, in der Bitte um Vergebung, in der Reflektion meines Denkens, Fühlens und Handelns vor Gott, im Fragen nach seinem guten Willen.

So weit, so gut, aber nun werde ich stutzig: Gott loben dafür, dass er mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet? Hätte Gott denn Grund dazu, mein Gebet abzulehnen und mir seine Güte zu entziehen? In Psalm 66 heißt es kurz vorher: „Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen, so würde der Herr nicht hören.“ Die Frage mag jetzt unangenehm sein, aber wäre es möglich, dass wir beim Beten auchmal Unrechtes vorhaben im Herzen? Wohl nicht in einem so plakativen Sinne wie die Bitte um das Gelingen eines Bankraubes oder des Durchwinkens einer frisierten Steuererklärung. Doch wenn wir in uns gehen, dann werden wir – gerade in der Rückschau – auch so manches Mal feststellen, wie selbstsüchtig oder kurzsichtig unsere Bitten an Gott waren/sind. So gesehen können wir uns glücklich schätzen, dass Gott uns diese Fixierung auf uns selbst nicht übel nimmt.

Unser Beten sollte darauf ausgerichtet sein, uns mit dem guten Willen Gottes in Einklang zu bringen. Unlängst schrieb mir eine über 90-jährige Dame: „Wenn ich nach so vielen Jahrzehnten zurückblicke, muß ich feststellen, daß nichts meinen Wünschen und Plänen entsprechend geschah, da Gott immer besser wußte, was mir wirklich zugute kommen wird.“ Ist das nicht ein bemerkenswertes Fazit nach so einem langen Leben?

Gedanken zum Spruch der Woche (2.5.-8.5.2021)

"Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder." (Psalm 98,1)

Viele Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes vermissen das gemeinsame Singen sehr – zumal wir in den Psalmen, so auch im Wochenspruch zum Sonntag „Kantate“, immer wieder zum Singen aufgefordert werden. Wenn etwas, was bislang selbstverständlich war, nicht mehr sein darf, wird uns erst richtig bewusst, welchen Wert es für uns hat. So ist das verordnete Schweigen eine Gelegenheit, über die Bedeutung des Singens im Gottesdienst nachzudenken.

Singen kann man aus vielen Gründen und zu allerlei Anlässen. Im Gottesdienst ist der Gesang meist Ausdruck des Lobes Gottes und des Dankes für sein Handeln: „…denn er tut Wunder.“ Das Vorbild im Alten Testament ist das Lied, das Moses Schwester Mirjam nach der geglückten Flucht Israels aus Ägypten anstimmt (2.Mose 15,21): „Lasst uns dem Herrn singen, denn er hat eine herrliche Tat getan!“ In der christlichen Gemeinde ist das Kommen Jesu Christi zur Erlösung der Menschen von Schuld und Tod die „große Wundertat“ Gottes (Luther), auf die sie mit dankbaren Gesängen antwortet.

Und warum ein „neues“ Lied? Weil die „Wunder“, die Gott tut, darauf ausgerichtet sind, Neues zu schaffen. In Christus setzt er mit den Menschen einen neuen Anfang, den „neuen Bund“. Wer an Christus glaubt, ist schon jetzt eine „neue Kreatur“ (siehe den Wochenspruch zur letzten Woche!). Und am Ende der Zeit erwarten wir den „neuen Himmel und die neue Erde“. Wenn unsere Lieder dieses Neue besingen, feiern, erbitten, dann sind und bleiben sie neue Lieder – selbst wenn sie, wie die Lieder Luthers, schon sehr alt sind.

 

Gedanken zum Spruch der Woche (25.4.-1.5.2021)

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Korinther 5,17)

So allmählich fangen wir an, wieder im Wahlkampfmodus zu swingen. Und wie zu erwarten war, ist jetzt auch wieder viel von „Erneuerung“ die Rede. Wir ahnen ja bereits, dass da am Ende so viel Erneuerung – egal von wem – nicht sein wird und nicht sein kann, denn die Welt mit ihren komplexen und widerständigen Gegebenheiten bleibt auch nach der Wahl die alte. Trotzdem wirkt allein die Aussicht auf Erneuerung stimulierend. Darum arbeitet die (nicht nur politische) Werbung auch gerne mit dieser Verheißung. Eine neue Politik, eine neue Gesellschaft, ein neuer Mensch: Das hat noch jede Epoche in Aussicht gestellt.

Doch nun kommt Paulus und sagt, der neu geschaffene Mensch sei bereits geboren. Dabei ist nicht jeder eine neue Kreatur, aber derjenige, der mit Christus verbunden ist. Denn mit dem hat er eine neue Zukunft. Der alte Mensch ist der, zu dem Gott sagte: „Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.“ (1. Mose 3,19) Und: „Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.“ (1. Mose 8, 21). Der alte Mensch kann den Verstrickungen seines Herzens nicht entrinnen, ihm bleibt am Ende nur der Tod. Der neue Mensch aber nimmt teil an der Auferstehung Christi. Und der löst für ihn die Verstrickungen, weil Christus den Menschen von sich selbst befreit. Anders gesagt: Echte Erneuerung können wir Menschen nicht leisten. Das kann nur der einzig schöpferische Gott.

Gedanken zum Spruch der Woche (18.4.-24.4.2021)

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“ (Johannes 10,11a.27-28a)

Das Motiv des „guten Hirten“, so bekannt es ist, gibt zu Missverständnissen Anlass. Das erste: Hirtenromantik. Seit Schäfer mit ihren Herden ein seltener Anblick geworden sind, macht man sich von ihrem Beruf oft idyllische Vorstellungen. Das zweite: Verniedlichung. Das Bild des Hirten Jesus mit dem Lamm auf der Schulter, das einst viele Wohnungen schmückte, läuft Gefahr, kindlich oder kitschig zu wirken. Und fördert so noch ein Missverständnis: Dass ich, „weil ich Jesu Schäflein bin“ (wie es in einem alten Lied heißt), ein willenloses Herdentier sein soll.

Tatsächlich hatte der Hirtenberuf zur Zeit Jesu nichts Idyllisches, sondern war harte Arbeit: Ein guter Hirte sorgte sich um das Wohl seiner Tiere, suchte die besten Weideplätze, verteidigte seine Herde gegen Viehdiebe und Raubtiere. Das erforderte ganzen Einsatz. Große Grundbesitzer stellten für ihre Herden Lohnhirten ein, die oft weniger Einsatz zeigten. Sie schafften auch schon mal ein Schaf für sich beiseite, und wenn ein Wolf in die Herde einfiel, ergriffen sie die Flucht.

Auf diesen Gegensatz nimmt die Bildrede Jesu vom guten Hirten Bezug, aus welcher der Wochenspruch nur drei Bruchstücke bietet (es lohnt sich, das Kapitel einmal ganz zu lesen!). Insgesamt geht es darin um die stets brisante Frage, ob politische und religiöse Autoritäten – für beide ist der Hirte ein traditionelles Symbol – das Vertrauen, das sie einfordern, wirklich verdienen, oder anders: aus welchen Gründen ich ihnen vertrauen soll. Blinder Gehorsam genügt nicht.

Auch Gottvertrauen ist nicht blind. Das Vertrauen des Beters im 23. Psalm („Der Herr ist mein Hirte…“) stützt sich auf die erfahrene Hilfe Gottes in Not und Gefahr. In der Bildrede Jesu ist es das wechselseitige Kennen, das Vertrauen stiftet. Die „Schafe“ Jesu – also: alle, die zur christlichen Gemeinde gehören – folgen ihm, weil sie wissen, dass er sein Leben für sie eingesetzt hat. Und deshalb vertrauen sie ihm, dass er sie auch zum ewigen Leben bei Gott führen wird.

 

Gedanken zum Spruch der Woche (11.4.-17.4.2021)

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ (1. Petrus 1,3)

Was für ein Satz! Man muss ihn schon einige Male lesen, um ihn zu verstehen (oder man zerlegt ihn wie die Basisbibel in drei Sätze, die aber dann in den Inhalt eingreifen). Versuchen wir, ihm in seinen Einzelaussagen auf die Spur zu kommen!

Am Anfang steht das Lob. Gott wird gepriesen, weil er uns etwas Großartiges geschenkt hat. Gott, der zugleich angesprochen wird als Vater Jesu Christi, hat uns beschenkt aus Barmherzigkeit. Also, wir haben keine Vorleistung erbracht. Wir werden nicht belohnt für irgendetwas, sondern wir werden aus reiner Güte beschenkt. Das Geschenk besteht in der Wiedergeburt zu einer lebendigen Hoffnung.

Doch bevor nun jemand meint, hier einen Hinweis auf „Seelenwanderung“ entdecken zu können, sei festgehalten: Dies liegt dem Schreiber des 1. Petrusbriefes völlig fern. Er geht eben nicht aus von Seelen, die eigenständig in verschiedenen Körpern zuhause sein können, sondern von Menschen, mit deren Tod Leib und Seele sterben. Als Menschen können wir an diesem Faktum nichts ändern. Nur Gott kann das. Zum Beweis dafür hat er Jesus Christus auferweckt von den Toten. Seine Auferstehung ist der Grund, weshalb wir hoffen können. Wir bleiben weiterhin sterbliche Menschen, aber mit dem Pfand der Auferstehung Jesu in der Hand, steht unser Leben jetzt unter einem neuen Vorzeichen: nicht auf Vergänglichkeit, sondern auf Ewigkeit ausgerichtet. Und das macht ganz viel aus, je länger man darüber nachdenkt...

Gedanken zum Spruch der Woche (4.4.-10.4.2021)

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. (Offenbarung 1,18)

Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“ So grüßen Christinnen und Christen einander von alters her am Ostermorgen. Doch was ist gemeint, wenn wir uns zur Auferstehung Jesu bekennen? Der Wochenspruch enthält drei wichtige Antworten, die der Seher Johannes in seiner Offenbarung aus dem Mund des himmlischen Christus hört:

Erstens: „Ich war tot.“ Jesus ist am Karfreitag wirklich gestorben, wie alle Menschen sterben. Er war nicht nur scheintot. Er ist am Ostermorgen nicht aus einer Art Koma erwacht. Seine Auferstehung lässt sich auch nicht mit dem Frühlingserwachen der Natur vergleichen und als „Sieg des Lebens“ feiern. Das ist modernes Heidentum. Jesus lebt, weil Gott ihn von den Toten auferweckt hat.

Zweitens: „Ich bin lebendig in Ewigkeit.“ Der Auferstandene, der zu Ostern lebendig erschienen ist, war kein wiederbelebter Leichnam, der – noch einmal in das Leben zurückgekehrt – doch von Neuem sterben müsste, und kein Gespenst, das sich hier und da als Spuk zeigte. Sein Leben ist neue Schöpfung, neugeschaffenes Leben aus Gott. Es ist ewiges Leben, weil Gott ewig und unvergänglich ist.

Drittens: „Ich habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ Diese Botschaft gilt uns, deren Leben der Vergänglichkeit und dem Tod geweiht ist. In der Vorstellungswelt der Bibel sind die Toten in der „Hölle“, der Unterwelt, eingeschlossen und von Gott getrennt. Der auferstandene Christus schließt das Totenreich auf und öffnet den Zugang zu einem unvergänglichen Leben in der Gemeinschaft mit Gott: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben.“ Das bekennen wir, wenn wir sagen: Christus ist auferstanden.

 

Gedanken zum Spruch der Woche (28.3.-3.4.2021)

Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. (Johannes 3,14b +15)

Dieser Vers könnte irritieren. Schließlich war letzte Woche noch von dem dienenden Menschensohn die Rede. Und jetzt muss er erhöht werden? Beides, Dienen und Erhöhung sind die zwei Seiten einer Medaille, die „Rettung“ heißt. Deutlicher wird dies, wenn man Vers 14a dazunimmt (Kürzungen verkürzen eben auch manchmal). Der Anfang lautet nämlich: „Wie Moses in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden...“ Mose? Schlange? In 4. Mose 21 wird erzählt, wie das Volk Israel in der Wüste von einer Schlangenplage heimgesucht wurde. Viele Menschen starben, bis Mose auf Gottes Geheiß eine eiserne Schlange als Standbild aufrichtete. Wer diese anschaute, wurde gesund. Übertragen auf Jesus heißt das: Sein Kreuz wird aufgerichtet wie einst die eiserne Schlange. Wer auf den so erhöhten Gekreuzigten blickt – glaubend natürlich -, wird von den tödlichen Bissen der Schuld gerettet. Zugleich bleibt es aber nicht beim Kreuz stehen, sondern Jesu Tod daran ist Erfüllung seines Auftrags und Rückkehr/Erhöhung zum Vater, der ihn zuvor in die Welt gesandt hatte. Und jetzt kommt die typisch johanneische Pointe: Wer so an Christus glaubt, der hat das ewige Leben. Und zwar jetzt schon und nicht erst nach dem irdischen Ableben. Ändert sich dadurch nicht die Einstellung zum eigenen Leben? Wenn man weiß, dass man selber nicht nur auf den Tod in der Zeit zugeht, sondern gleichzeitig schon ewiges Leben hat?

Gedanken zum Spruch der Woche (21.3.-27.3.2021)

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. (Matthäus 20,28)

Dienen steht nicht hoch im Kurs. Das Wort „Diener“ hat etwas Abschätziges; sog. Dienstleistungsberufe genießen kein großes Ansehen und werden schlecht bezahlt. Zur Zeit Jesu war das Dienen oft Aufgabe unfreier, rechtloser Sklaven. Die antike Gesellschaft war aufgeteilt in Oben und Unten, Herren und Knechte. In der Religion waren Götter und Göttinnen die Herren, denen die Menschen mit Ergebenheit und Opfern zu dienen hatten.

Wenn Jesus von sich sagt, dass er, der von Gott gesandte „Menschensohn“, nicht gekommen sei, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen, dann stellt er die soziale und religiöse Ordnung der damaligen Welt auf den Kopf. Noch unerhörter ist, worin sein Dienst besteht: in dem Einsatz seines Lebens, um die Menschen aus der Knechtschaft zerstörerischer Mächte zu befreien. Ein Gott, der dient, anstatt zu herrschen, ist ein Unding. Die Vertreter der sozialen und religiösen Ordnung fürchten um ihre Macht und gehen gegen Jesus vor. Sie töten ihn sogar. Aber gegen seine Auferweckung von den Toten sind sie machtlos.

Damit hat das Herrschen seinen Zauber und das Dienen seinen Makel verloren. Jesus ermutigt seine Jünger, seinem Beispiel zu folgen: „Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener.“ Das ist die neue, göttliche Ordnung der Welt. Die alten Götzen, die sich nur auf das Herrschen verstehen, haben „ausgedient“.

 

Gedanken zum Spruch der Woche (14.3.-20.3.2021)

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ (Johannes 12,24)

In welchem Zusammenhang steht dies Jesuswort? Jesus ist gerade mit maximaler Aufmerksamkeit unter lautem Jubel in die Stadt Jerusalem eingezogen. Jetzt versucht eine Gruppe von Griechen, näher an ihn ranzukommen, um ihn persönlich kennenzulernen. Sie sprechen zwei Jünger an, damit die ihr Anliegen Jesus vermitteln. Als Jesus der Wunsch vorgetragen wird, grenzt er sich ab. Erstens: Dies ist der falsche Zeitpunkt. Denn jetzt ist die Stunde der Verherrlichung. Zweitens: Verherrlichung meint, dass das Weizenkorn/Jesus sterben muss, um viel Frucht zu bringen. Wer also den wirklichen Jesus kennenlernen will, der muss sich an den Gekreuzigten halten. Wer eine Beziehung zu Jesus finden will, der muss wie ein Weizenkorn etwas von sich abgeben, um Früchte zu tragen. - Es mehren sich die Berichte, dass es in den reichen Industrienationen eine wachsende Zahl vereinsamender Menschen gibt. Offenbar führt ein Maximum an Individualisierung zunehmend zu einem Beziehungs- und Sinnverlust. Mehr von sich selbst absehen zu können, mehr Hingabe, weniger ängstliche Fixierung auf das Eigene könnten aus dem Alleinbleiben erlösen.

Gedanken zum Spruch der Woche (7.3.-13.3.2021)

Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. (Lukas 9,62)

Das leuchtet ein: Wer beim Pflügen nach hinten statt nach vorne sieht, kann keine gerade Furche ziehen. Auch im Straßenverkehr empfiehlt es sich, nach vorne zu schauen, sonst riskiert man einen Unfall. Aber was hat das mit dem Reich Gottes zu tun?

Das Reich Gottes, von dem Jesus spricht, ist ein einmaliges Angebot. Wer sich an die Worte Jesu hält, soll von allem, was ihn belastet, frei werden und Frieden mit Gott und seinen Mitmenschen finden. Aber man muss sich jetzt entscheiden, alles auf eine Karte setzen sich ganz auf dieses Ziel konzentrieren. „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit“, sagt Jesus. Einige, die ihm damals begegnet sind, waren dazu bereit; andere nicht.

Und wir? Uns treffen Jesu Worte nicht mehr unversehens und überraschend. Wir werden auch nicht aufgefordert, alles stehen- und liegenzulassen, um Jesus zu folgen, wie seine Jünger. Entscheidungen werden aber auch von uns erwartet. Die Passionszeit ist eine Gelegenheit, sich zu fragen: Was hat in meinem Leben Priorität, und warum? Was bedeutet mir mein Christsein? Bin ich bereit, für meinen Glauben anderes zurückzustellen? Welche Bindungen und Gewohnheiten halten mich fest, so dass ich mich nicht davon lösen kann? Ehrlich und selbstkritisch zu sein, tut manchmal weh. Aber es hat eine Verheißung: Freiheit und Frieden in Gott zu finden.

Gedanken zum Spruch der Woche (28.2.-6.3.2021)

Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Römer 5,8)

Was tut man nicht alles aus Liebe? Sich mitten in der Nacht aus dem Bett quälen, um Kaffee zu kochen für den Liebsten, der zur Frühschicht muss. Das verschüttete Schulwissen wieder ans Licht holen, um dem Kind beim Homeschooling zur Seite zu stehen. Geduldig und interessiert zum zwanzigsten Mal die Geschichte aus dem Mund der vergesslich gewordenen Oma anhören. Der schwerkranken Ehefrau eine eigene gesunde Niere spenden. Wir Menschen tun Gott sei Dank vieles aus Liebe, oft sehr nachhaltig, manchmal ganz spektakulär, wenn es die Not gebietet. Warum wir das tun? In der Regel deshalb, weil uns bestimmte Menschen das wert sind. Wir wollen sie unterstützen, ihnen Achtung erweisen, ihr Leben behüten. Das hat etwas Göttliches. Und doch geht Gottes Liebe über unsere an zwei entscheidenden Punkten hinaus. Er liebt im Gegensatz zu uns alle Menschen (und das, ohne dass sie sich als liebenswert erwiesen hätten) und ließ sich für alle töten (ohne dass das jemand verdient hätte). So handelt nur Gott. Und wir können uns daran festhalten. Egal, wo wir gerade mit uns und der Welt stehen: Wir sind bedingungslos geliebt.

Gedanken zum Spruch der Woche (21.2.-27.2.2021)

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1. Johannes 3,8b)

Im Kirchenjahr hat die „Passionszeit“ begonnen, jene sieben Wochen vor Ostern, in denen in Gottesdienst, Predigt und Bibellese an den Leidensweg Jesu erinnert wird. Manche Menschen tun sich schwer mit dieser Erinnerung – zu dunkel, zu grausam, zu bedrohlich. Und andere fragen: Passion – muss das sein? Warum sollte jemand „für mich“ leiden und sterben?

Der Wochenspruch weitet den Horizont über persönliche Fragen hinaus: Jesus, der Sohn Gottes, ist in die Welt gekommen, um die „Werke des Teufels“ zu zerstören. Im Neuen Testament repräsentiert der „Teufel“ Mächte und Kräfte, die gegen Gott rebellieren. Das Aufbegehren gegen Gottes Willen, die „Sünde“, begleitet auch die Geschichte der Menschen von Anfang an. Sie führt dazu, dass Menschen einander Böses antun und mit Bösem vergelten, sodass Unrecht und Gewalt überhand nehmen, weil sich die Folgen böser Taten nicht mehr eindämmen lassen. Die Sünde wird zu einer Zwangsgewalt, die Menschen beherrscht und zerstört.

Jesus ist in die Welt gekommen, um diesen Teufelskreis aufzubrechen. Er tritt mit seinem Leben für Gottes Liebe zu den Menschen ein. Er liefert sich ihrem Hass und ihrer Bosheit aus, ohne auf Vergeltung zu sinnen. Durch die Passion Jesu verlieren die Mächte der Zerstörung ihr wirkungsvollstes Herrschaftsinstrument. Das ist gut für uns: Es öffnet uns den Weg, vom Bösen zu lassen und einander zu lieben. Vielleicht nicht immer. Aber immer öfter.

 

Gedanken zum Spruch der Woche (14.2.-20.2.2021)

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.“ (Lukas 18,31)

Viele Monate ist Jesus mit seinen Jüngern kreuz und quer durch Palästina gezogen und hat den Anbruch des Reiches Gottes verkündigt. Nun steuert er mit ihnen das Ziel an, wo sich seine Mission vollenden wird: Jerusalem. Die Vollendung wird so aussehen, dass er ausgeliefert, misshandelt und getötet wird. Am dritten Tag aber wird er auferstehen. So kündigt es Jesus zum mittlerweile dritten Mal an, und immer noch verstehen seine Jünger kein Wort. Sie können oder wollen ihn nicht verstehen. Wie soll man auch verstehen, dass ein Unschuldiger, der Liebe predigt und lebt, umgebracht wird? Dass er sehenden Auges in den Tod geht? Dass der Messias am Ende der große Loser ist? Und dass das alles bei Gott einen höheren Sinn hat?

Wir stehen vor dem Beginn der Passionszeit. Diese Zeit gibt uns Gelegenheit, die Leidensgeschichte Jesu nachzuvollziehen, um hoffentlich besser zu begreifen, als es die Jünger seinerzeit konnten. So wird hier in den kommenden Wochen abschnittweise die Passion zu lesen sein, wie Lukas sie erzählt, verbunden mit ein paar Gedanken und Fragen zur weiteren Vertiefung.

Gedanken zum Spruch der Woche (7.2.-13.2.2021)

Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht. (Hebräer 3,15)

Bereits am Ende des 1. Jhdts. nach Christus machten sich in den christlichen Gemeinden Zeichen von Resignation bemerkbar: Die Welt hatte sich nicht geändert, die versprochene Zukunft des Reiches Gottes blieb aus, und in der Gesellschaft gerieten die Christen immer mehr unter Druck. Hatte das Christsein noch eine Perspektive? So fragte man schon damals.

Der anonym überlieferte Hebräerbrief, eine Mischung aus Abhandlung und Predigt, vergleicht die Kirche in seiner Zeit mit dem Volk Israel auf der Wanderung durch die Wüste: Mit Gottes Verheißungen im Ohr, das Ziel des gelobten Landes vor Augen, war man voller Enthusiasmus aus Ägypten aufgebrochen. Doch der Weg war beschwerlich und scheinbar endlos, und hinter den Mühen und Gefahren des Marsches geriet das Ziel aus dem Blick. Damals musste Mose das Volk mahnen, nicht an der Geltung der Zusagen Gottes zu zweifeln: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht!“

Der Hebräerbrief greift die Worte des Mose auf und aktualisiert sie als Mahnung für die christliche Gemeinde, nicht in Abwehr und Trotz zu erstarren. Was würde er wohl heute sagen? Vielleicht dies: Vertraut jeden Tag neu auf Gottes Liebe, die in Jesus Christus erschienen ist. Gebt euch nicht der Resignation hin, die zynisch macht und lähmt, sondern helft und ermutigt euch gegenseitig, die Hoffnung auf die neue Welt Gottes lebendig zu halten. Und jammert als Christen nicht ständig über leere Kirchen und die Gleichgültigkeit der Menschen, sondern bezeugt ihnen euren Glauben. Denn „es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen“.

 

Gedanken zum Spruch der Woche (31.1.-6.2.2021)

Über dir geht auf der HERR und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jesaja 60,2b)

Ich kann mir nicht helfen, der Wochenspruch wirkt so zitiert verkürzt und damit unverständlich. Wer geht da wo über wem auf? Wen spricht der Prophet, der sogenannte 3. Jesaja (weil in der Tradition seiner zwei Vorgänger stehend), da an? Man ahnt, dass er eine Metapher aus der Astronomie benutzt: das aufgehende Sonnenlicht am Morgen, das dem totalen Dunkel ein Ende macht und alles in strahlendes Licht taucht (so kann man es im Nahen Osten erleben). Da war also vorher kein Licht. Entsprechend die Worte, die dem Wochenspruch vorausgehen: „Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker.“ Jahwe, der Gott Israels geht aber nun auf wie die Sonne und schenkt Leben. Aber diese Sonne leuchtet an einer ganz bestimmten Stelle, nämlich über dem Zion, dem heiligen Berg Gottes in Jerusalem. Dort steht der Tempel, in dem Gott auf besondere Weise gegenwärtig ist. Und was geschieht, wenn alles im Dunkeln liegt, aber in der Ferne ein Licht hell aufscheint? Klar, die im Dunkeln streben hin zum Licht. Entsprechend die Worte im Anschluss an den Wochenspruch: „Und die Völker werden zu deinem Licht ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.“ Das ist die Verheißung vom 3. Jesaja. Für mich auch ein Brückenkopf zu dem, was Jesus in der Bergpredigt zu uns sagt: „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Wenn das keine Verheißung ist! Menschen verlassen ihr Dunkel, weil ChristenInnen mit ihren Taten Anlass geben, sich auf das Licht auszurichten und Gott zu danken.

Gedanken zum Spruch der Woche (24.1.-30.1.2021)

Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. (Lukas 13,29)

Manche Menschen fragen, wenn sie eine Einladung erhalten, sofort, wer außer ihnen sonst noch eingeladen ist. Sind es Leute, die man nicht kennt oder nicht mag, sagt man besser ab.

Bei dem Reich Gottes, das Jesus ankündigt und das in seinem Wirken auf Erden schon anbricht, ist das nicht anders: Dieses Reich, Gottes neue Welt, steht allen offen, die sich entscheiden, die Einladung anzunehmen. Mit dieser Botschaft hat Jesus die Grenzen Israels, des auserwählten Gottesvolkes, gesprengt und Raum eröffnet für ein weltumspannendes Volk Gottes aus allen Himmelsrichtungen. Das hat schon damals nicht allen gepasst. Dass Herkunft oder Bildung, dass ein frommes, gottgefälliges Leben keinen Vorzug mehr vor Hinz und Kunz, vor „Zöllnern und Sündern“ bedeuten sollte, wollten sie nicht akzeptieren. Darum schlugen sie die Einladung aus.

In den Gleichnissen, die Jesus erzählt, hat er seine Einladung bekräftigt: Gott will, dass alle bekommen, was sie in dieser Welt zum Leben brauchen, und in der kommenden, neuen Welt Erlösung und ewigen Frieden finden können. Und Jesus verbindet diese Einladung mit einer Frage an seine Hörer, damals wie heute: Warum fällt es euch so schwer, auch anderen zu gönnen, was ihr für euch selbst wünscht? Es wird euch doch nichts genommen oder vorenthalten, wenn andere genau so viel bekommen wie ihr. An Gottes Tisch gibt es genug für alle.

 

Gedanken zum Spruch der Woche (17.1.-23.1.2021)

Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Johannes 1,16

Normalerweise ist es so, dass Vorräte schwinden, wenn man davon nimmt. Das gilt für Plätzchen in der Keksdose genauso wie für Spareinlagen auf der Bank. Vorräte sind nicht per se unerschöpflich, sondern begrenzt. Entweder es wird nachgefüllt oder sie sind irgendwann verbraucht. Das gilt übrigens auch für zwischenmenschliche Beziehungen. Auch Geduld, Nachsicht, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft sind nicht ad libitum einseitig abrufbar. Wer immer nur nimmt, bekommt schließlich nichts mehr. Nur gegenüber Jesus, dem menschgewordenen Wort Gottes, ist das anders, weil Gott eben anders ist als wir, Gott sei Dank. Seine Liebe strömt unaufhörlich, seine Geduld ist unendlich strapazierbar und seine Vergebung jeden Tag neu. Und für jeden und jede, die davon nehmen möchten, ist genug da. Wir können satt werden. Niemand muss hungrig bleiben.

Gedanken zum Spruch der Woche (10.1.-16.1.2021)

Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Römer 8,14)

Von „Kindern Gottes“ spricht das Neue Testament in einem allgemeinen und in einem besonderen, christlichen Sinn. Wenn Jesus Gott unseren Vater nennt, dann sind für ihn alle Menschen Töchter und Söhne Gottes, weil sie seine Geschöpfe sind. Bei dem Apostel Paulus hat die Rede von „Gottes Kindern“ aber noch eine andere Bedeutung, und die hat mit der Taufe zu tun.

Als wir getauft wurden, hat Gott uns gewissermaßen „adoptiert“ und zu seinen Kindern erklärt. Mit der Gotteskindschaft sind Rechte und Pflichten verbunden: Wir gehören nun nicht mehr anderen Herren, auch nicht uns selbst, sondern sind Glieder einer großen Familie, der Familie Gottes, deren „Oberhaupt“ Christus ist. Damit haben wir das Recht erworben, Erben aller Verheißungen Gottes zu sein. Und als Unterpfand unseres künftigen Erbes, gewissermaßen als Vorschuss, schenkt uns Gott mit der Taufe schon jetzt seinen heiligen Geist, der uns leitet und führt, damit wir uns nicht mehr von anderen „Geistern“ treiben, ängstigen und verführen lassen.

Das alles ist geschehen, als wir getauft wurden. Darum ist es gut, sich immer wieder – Martin Luther meinte sogar: täglich – daran zu erinnern: „Ich bin getauft!“, um daraus Zuversicht, Trost und Orientierung zu schöpfen.

Jahreslosung 2021

Aus der Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ von Martin Luther:

Wohlan, mein Gott hat mir unwürdigem, verdammtem Menschen ohne alle Verdienste, rein umsonst und aus lauter Barmherzigkeit, durch und in Christus den vollen Reichtum aller Seligkeit gegeben, so dass ich hinfort nichts mehr bedarf als zu glauben, dass es so sei. Ei, so will ich solchem Vater, der mich mit seinen überschwänglichen Gütern so überschüttet hat, wiederum frei, fröhlich und umsonst tun, was ihm wohlgefällt, und meinem Nächsten gegenüber auch ein Christus werden, so wie Christus es mir geworden ist… Sieh, so fließt aus dem Glauben die Liebe und die Lust zu Gott und aus der Liebe ein freies, williges fröhliches Leben, dem Nächsten umsonst zu dienen.“

 

Gedanken zum Spruch der Woche (27.12.2020-2.1.2021)

Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Johannes 1,14b)

Das Wort ward Fleisch, und wir sahen seine Herrlichkeit“ – so umschreibt das Johannes-Evangelium das Wunder der Menschwerdung Gottes. Mit der Geburt Jesu tritt die Herrlichkeit Gottes „voller Gnade und Wahrheit“ in die Welt ein. Doch sie erscheint in dem Kind in der Krippe, einem wehrlosen Säugling. Der christliche Glaube versucht, das Geheimnis dieses widerspruchsvollen Geschehens zu ergründen.

Unzählige Antworten sind auf die Frage nach dem Sinn von Weihnachten schon gegeben worden. Eine nicht ganz neue, aber für die Gegenwart unverändert aktuelle Antwort stammt von dem Schweizer Schriftsteller und Pfarrer Kurt Marti:

Weihnachten ist der radikale Einspruch des ‚richtigen‘ Gottes gegen das, was wir rücksichtslos zu tun im Begriffe sind. Dem Menschen, der Gott sein will, stellt sich ein Gott entgegen, der Mensch wird. Dem Menschen, der keine Grenzen respektiert, stellt sich ein Gott entgegen, der sich selber begrenzt. Dem Menschen, der an ein unendliches Wachstum glaubt, stellt sich ein Gott entgegen, der sich beschränkt. Dem Menschen, dessen Willen zur Macht vor nichts zurückschreckt, stellt sich ein Gott entgegen, der auf Macht und Gewalt verzichtet. Die Geburt im Stall von Bethlehem ist der heilige Widerspruch zur unheiligen Wertordnung und Verhaltensweise unserer Zivilisation...“.

 

Gedanken zum Spruch der Woche (20.12.-26.12.2020)

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe! (Philipper 4,4.5b)

Die zweimalige Aufforderung „Freuet euch!“ mag manchem in diesem Jahr fehl am Platz erscheinen: Worauf soll man sich freuen angesichts von Pandemie, Lockdown, Kontaktbeschränkungen und abgesagten Gottesdiensten? Die Antwort des Paulus in seinem Brief an die Philipper ist eindeutig: „Der Herr ist nahe!“ Als Paulus das schreibt, befindet er sich im Gefängnis, und es ist ungewiss, ob er die Freiheit wiedererlangt. Doch die Vorfreude auf das Kommen Jesu Christi, des Herrn, zur endgültigen Erlösung von Angst, Not und Leid überstrahlt schon die Sorgen der Gegenwart mit allem, was das Leben jetzt noch verdunkelt.

Dietrich Bonhoeffer hat in seiner „Ethik“ zwischen den letzten und den vorletzten Dingen unterschieden. Diese Unterscheidung hat einen doppelten Sinn. Einmal zeitlich: Das „Vorletzte“ ist befristet und wird durch das „Letzte“ abgelöst werden. Noch bedeutender ist der qualitative Unterschied: Das „Vorletzte“ kann in der jeweiligen Situation äußerst dringlich erscheinen. Doch es ist so unbeständig und wandelbar wie unsere wechselnden Stimmungen. Das „Letzte“ ist das, was ewig gilt, weil Gott sich dafür verbürgt, und darum über unser Leben bestimmt.

Sorgen um Gesundheit oder wirtschaftliche Existenz sind dringlich, doch sie sind Vorletztes. Vorletztes sind Pandemien und Impfstoffe, und ebenso Familientreffen, Weihnachtsgeschenke und Kirchenbesuch. Das Letzte, Bleibende und Beständige ist die Botschaft, die wir am Heiligen Abend hören: „Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr.“ Und darum: Freuet euch! Der Herr ist nahe!

 

Gedanken zum Spruch der Woche (13.12.-19.12.2020)

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig. (Jesaja 40,3.10)

Ist das kein Widerspruch? Wozu denn Gott, dem Herrn, den Weg bereiten, wenn er ohnehin kommt, sogar gewaltig, mit unwiderstehlicher Macht? Und was für ein Weg ist gemeint? Aus der Antike sind Prozessions- und Prachtstraßen bekannt, auf denen Herrscher mit Prunkwagen und Gefolge zu ihrem Palast ziehen konnten. Aber Gott? Wenn er als Helfer und Retter für sein Volk Israel erscheint, wenn er schließlich in seinem Sohn, dem Krippenkind von Bethlehem und dem Gekreuzigten von Golgatha, als Helfer und Retter zu allen Menschen kommt, dann ist das allein sein göttliches Tun. Niemand muss ihm erst den Weg bahnen.

Die alte Kirche hat darum die „Wegbereitung“, von der das Jesajabuch spricht, auf die innere Vorbereitung der Menschen bezogen und den Advent, die Zeit der Erwartung der Ankunft Jesu, ebenso wie die Passionszeit als eine Buß- und Fastenzeit begangen. Der Advent gibt Anlass zur Selbstprüfung und zur Korrektur. Was muss ich ändern, um mich auf das Kommen Gottes einzustellen? Was sollte geordnet oder erneuert werden? Was muss ich gegebenenfalls aus dem Weg räumen, damit Vergebung, Versöhnung und Frieden, die Gott uns mit der Geburt Jesu schenkt, auch bei mir ankommen und zur Wirkung kommen können?

Meist bleibt in der Hektik der Wochen vor Weihnachten für solche Fragen keine Zeit. In diesem Jahr ist das anders, denn vieles, was uns ablenken könnte, findet nicht statt. Nutzen wir die Gelegenheit – vielleicht liegt ja tatsächlich, wie oft behauptet wird, „in der Krise eine Chance“.

 

Gedanken zum Spruch der Woche (6.12.-12.12.2020)

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ Lukas 21,28

Ja, wir haben Grund zur Hoffnung! Der Impfstoff gegen Corona ist zum Greifen nah. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, um möglichst schnell erstmal diejenigen immunisieren zu können, die es am nötigsten haben. Und Schritt für Schritt kommt jede/r im Laufe der Monate dran, sofern gewünscht. Die zurückliegende Zeit hat uns allen gemeinsam die tiefgreifende Erfahrung zugemutet, was es heißt, auf Erlösung zu hoffen.

Ist das tatsächlich schon die Erlösung, von der Jesus nach Lukas spricht? Diese Erlösung wird noch viel grundsätzlicher und umfassender sein am Ende der Zeiten, wenn Jesus wiederkommt. Aber sie zeigt sich jetzt schon immer wieder, z. B. wenn Gott Mittel und Wege schenkt, Krankheiten zu heilen. Vor 100 Jahren wütete die spanische Grippe ungebremst. Jetzt haben wir Grund zur Hoffnung, von der Corona-Fessel befreit zu werden. Gott sei Dank!

Gedanken zum Spruch der Woche (29.11. - 5.12.2020)

Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. (Sacharja 9,9)

In der Bildersprache des christlichen Glaubens ist das Kommen Jesu in die Welt oft mit dem Einzug eines Königs verglichen worden. Das ist ein paradoxes Bild: Jesus kommt in göttlicher Vollmacht und wird im Triumph empfangen. „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit!“ Doch das Wort aus dem Buch des Propheten Sacharja, das sein Kommen deutet, verweist auf eine Eigenart seines Königtums, die so gar nicht zu einem pompösen Einzug passt: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel.“

Solange biblische Symbole zum Alltag gehörten, ist dieser Kontrast kaum bewusst geworden. Man hatte sich daran gewöhnt. Heute, wo viele Menschen mit religiöser Sprache nicht mehr vertraut sind, fällt die politische Sprengkraft wieder ins Auge, die darin liegt. Dies umso mehr, als die Selbstinszenierung von Macht derzeit wieder hoch im Kurs steht.

Der von Gott gesandte König, der arm und auf einem Esel reitend Einzug hält, ist das Gegenbild des selbstherrlichen Auftretens weltlicher Machthaber aller Zeiten. Ihre Herrschaft, die das Recht und das Wohlergehen ihrer Völker gering schätzt, ist zum Untergang verurteilt, obwohl sie sich mit allen Mitteln, auch mit Gewalt zu behaupten sucht – sie kann vor Gott nicht bestehen. Der Herrschaft des Gerechten und Helfers (oder: Retters), der ohne Machtmittel, doch in der Vollmacht Gottes einzieht, gehört dagegen die Zukunft. „Die Herren dieser Welt gehen, unser Herr kommt.“ (Gustav Heinemann) Das ist die frohe Botschaft des Advents.

 

Gedanken zum Spruch der Woche (22.11. - 28.11.2020)

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.“ Lukas 12,35

Die Mehrheit der BundesbürgerInnen freut sich dieses Jahr nicht auf Weihnachten“, lese ich in der Zeitung. Ja, so manches werden wir diesmal schmerzlich vermissen: das unmaskierte Shoppen, die Weihnachtsmärkte, die Adventsfeiern und so manche schöne Veranstaltung. Denjenigen, die daraus normalerweise Einnahmen erwirtschaften, ist das bedrückende Gefühl gut nachzuempfinden. Aber der Ursprungssinn von Weihnachten ist dann doch ein ganz anderer. Wir gehen auf den Advent zu, das heißt Ankunft, Ankunft Gottes in der Welt. Wer einen so hohen Besuch erwartet, macht sich bereit, schnallt den Gürtel um, ist einsatzfertig und macht das Licht an, um nicht einzuschlafen und den Besuch festlich zu empfangen. Erwartung statt Resignation, Vorfreude statt Melancholie, Aufmerksamkeit statt Schläfrigkeit. Gott kommt und die darauf vorbereitet sind, bekommen das auch mit.

Gedanken zum Spruch der Woche (15.11.-21.11.2020)

"Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi." (2.Korinther 5,10a)

Die Vorstellung vom „Jüngsten Gericht“ hat Menschen jahrhundertelang in Angst versetzt, hat sie zu frommen Leistungen angetrieben oder in Verzweiflung gestürzt. Inzwischen, so scheint es, hat diese Vorstellung ihren Schrecken verloren. Man zittert nicht mehr in der Erwartung, am Ende seiner Tage von einem himmlischen Richter zu ewiger Verdammnis verurteilt zu werden. Dafür haben wir ein anderes Gericht fürchten gelernt: das unbarmherzige Tribunal der Gesellschaft, die vernichtenden Urteile, die Menschen öffentlich wie im Privaten übereinander fällen. Anschuldigungen, Verurteilungen und, als Reaktion, die Abwehr oder das Abwälzen der Schuld auf andere bestimmen zunehmend den Umgang miteinander.

Angesichts der Erbarmungslosigkeit, mit der Menschen über Menschen urteilen, ist die Botschaft vom göttlichen Gericht geradezu tröstlich. Denn der Richter, der auf dem himmlischen Richterstuhl sitzt, ist nach dem Neuen Testament niemand anderer als Jesus Christus selbst – derselbe, der den Menschen die Liebe Gottes nahe gebracht hat, der die von Schuld Beladenen zu sich gerufen hat, um ihnen zu vergeben, und der schließlich am Kreuz mit seinem Leben für unser Leben eingetreten ist.

Diesen Richter haben wir als Christen nicht zu fürchten. Wohl steht das Urteil noch aus. Doch den Maßstab seines Urteils kennen wir schon. Es ist nichts Außerordentliches, nur das eigentlich Selbstverständliche, das er von uns erwartet: Notleidende versorgen, Fremde aufnehmen, für Kranke und Gefangene da sein. Dann wird er sagen: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Geschwistern, das habt ihr mir getan.

Gedanken zum Spruch der Woche (8.11.-14.11.2020

Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ ( Matthäus 5,9)

Ich sehe den Wochenspruch und merke, ich stehe noch ganz unter dem Eindruck der vergangenen Woche. Tagelanges Warten auf den Ausgang der Wahlen in den USA. Ewig tat sich nichts im Blick auf das Verhältnis der Wahlmänner und -frauen für Biden bzw. Trump. Dann gestern der Durchbruch. Der 46. Präsident wird Joe Biden heißen. Für mich ein Grund, Gott zu danken. Nicht dass ich Biden für einen Engel halten würde, nicht dass ich mir gleich eine rosige Zukunft vorstelle, aber ich habe Hoffnung, dass er anfängt, Frieden zu stiften mit integrierenden und versöhnenden und verantwortungsvollen Worten und Taten. Ich bete zu Gott, dass ihm das gelingen möge und dass Frieden und Wahrheit sich gegen Aggression und fake news durchsetzen.

Gedanken zum Spruch der Woche (1.11.-7.11.2020)

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

(Römer 12,21)

Wie das Böse in die Welt kam, bleibt ein Geheimnis. Seine Wirklichkeit aber ist unübersehbar. In Krieg, Terror, Verbrechen und Gewalt ist das Böse in vielen Gestalten gegenwärtig, und die destruktiven Folgen menschlicher Bosheit lassen das Böse als eine geradezu übermenschliche Macht erscheinen. „Erlöse uns von dem Bösen“, beten wir im Vaterunser. Das Böse wieder aus der Welt zu schaffen wird keinem Menschen gelingen. Das kann nur Gott selbst.

Sind wir dem Bösen also ohnmächtig ausgeliefert? Der Apostel Paulus fordert die Christen in Rom auf, sich nicht vom Bösen überwinden, also: besiegen zu lassen. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten: Das Böse überwindet mich, wenn ich vor seiner Übermacht kapituliere und ihm keinen Widerstand mehr entgegensetze. Das Böse hat aber auch gesiegt, wenn ich Böses mit Bösem vergelte und damit selbst zum Anwachsen der Bosheit beitrage.

Überwinden, so meint der Apostel, lässt sich das Böse nur mit Gutem. Was wie eine Allerweltsweisheit klingt, bekommt für Paulus einen neuen, besonderen Sinn durch Jesus Christus: Er hat sich durch den Hass, der ihm entgegenschlug, und die Gewalt, die ihm angetan wurde, weder einschüchtern noch korrumpieren lassen, sondern ist bis zum Letzten für das Gute eingestanden – für die Liebe Gottes, gegen die selbst der Tod machtlos war. Die Wirklichkeit dieser Liebe, von der Christen leben, macht es ihnen möglich, Gewalt nicht mit Gewalt zu beantworten, sogar ihre Feinde zu lieben und dem Bösen so die Anerkennung seines Machtanspruchs zu verweigern.

Gedanken zum Spruch der Woche (25.10.-31.10.2020)

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort hören und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ Micha 6,8

Jeder und jede möchte sicherlich ein gutes Leben führen und eben kein schlechtes. Aber was heißt schon „gut“ im eigentlichen Sinne? Ab wann ist das Leben gut? Empfindet das nicht jede/r anders? Unsere Bundesregierung hat vor einigen Jahren eine Strategie mit Namen „Gut leben in Deutschland“ aufgelegt, aufgefächert in 12 Dimensionen: „Gesundheit; Bildungschancen für alle; gut arbeiten und gerecht teilhaben; Zeit haben; sicheres Einkommen; sicher und frei leben; zuhause sein; Zusammenhalten; Wirtschaft stärken; Umwelt schützen; gleichberechtigt leben; Frieden sichern!“ Sich für gute Lebensbedingungen einzusetzen, ist eine wichtige politische Aufgabe. Aber was ist, wenn jemand in den einzelnen Dimensionen hinter den Erwartungen zurückbleibt, also nicht die statistische Lebenserwartung erfüllt oder kein sicheres Einkommen hat oder die Umwelt als gefährdet erlebt oder, oder, oder? Ist das Leben dann nicht mehr gut? Ist das gute Leben nicht auch abhängig von der persönlichen Einstellung und dem eigenen Verhalten? Der Prophet Micha setzt auf Eigenverantwortung: Was gut ist, weißt du. Dir ist bekannt als gläubiger Mensch, was Gott von dir erwartet, was er gut findet in deiner Art zu leben, drei Dinge, mit denen das Wesentliche umschrieben ist: Gerechtigkeit üben – das solidarische Miteinander lieben – aufmerksam und bescheiden mit deinem Gott mitgehen. Dann fühlt sich das Leben gut und richtig an.

Spruch für die Woche vom 18.-24.10.2020 aus Jeremia 17,14

Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.“

Dazu Gedanken von Jörg Zink:

Jesus war ein Heiler. Es wäre vielleicht hilfreich, wir würden, was „Sünde“ ist, nicht nur in moralischen Kategorien darstellen, sondern auch in den Kategorien der Krankheit, der Kraftlosigkeit, der Selbstzerstörung, und sagen: Heile mich. „Sie sind nicht böse, sondern krank. Sie brauchen keine Moralreden, sondern einen Arzt“, sagt Jesus über die Miserablen, denen er begegnet.“

Die Kirchengemeinde Krankenhagen unterstützt die United4Rescue

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Handarbeitsclub wieder aktiv

Handarbeiten Sie gerne in Gesellschaft? Brauchen Sie neue Ideen, Anregungen, Tipps und Hilfe bei neuen Techniken oder möchten Sie einfach mal andere Tapeten sehen? Erfahrene Strickerinnen und Handarbeiterinnen stehen Ihnen bei uns an der Seite und helfen Ihnen gerne. Unter der Leitung von Emma Harder bieten wir Ihnen ab dem 7. Januar immer am 1. und 3. Dienstag im Monat in der Zeit von 15:30 bis 17:00 Uhr ein gemütliches Treffen zum Erfahrungsaustausch, Klönen und gemeinsamen Handarbeiten im Gemeindesaal der Erlöser Kirche bei warmen und kalten Getränken. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Spieleabend im Gemeindesaal

Haben Sie Freude an Gesellschaftsspielen und Brettspielen oder spielen Sie lieber einen schönen Skat oder Doppelkopf, aber Ihnen fehlen die richtigen Partner? Unsere Kirchengemeinde in Krankenhagen bietet Ihnen die Möglichkeit in gemütlicher Runde sich der Spielleidenschaft hinzugeben. Unter der Leitung von Andrea Schermer finden Sie an kleinen Tischen verschiedene alte und neue Spiele zum Kennenlernen und Ausprobieren. Das Angebot findet immer am letzten Freitag im Monat in der Zeit von 19:00 bis 22:00 Uhr statt und ist kostenlos. Für heiße und kalte Getränke ist gesorgt. Der nächste Termin ist der 27. März. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag

Wir freuen uns mit allen Geburtstagskindern, die in diesem Jahr 70 Jahre und älter geworden sind, einen Dankgottesdienst mit anschließendem Kaffeetrinken zu feiern. Der Gottesdienst ist am 22. März um 14:00 Uhr. Es singt der Kirchenchor. Im Gemeindesaal erwarte Sie anschließend ein hausgemachtes Kuchenbüffet und fröhliche Unterhaltung.